Dienstag, 24. Juli 2012

Abu nuwas, schwuler Dichter am Hofe des Kalifen Harun al-Raschid

al-Hasan ibn Hani’ al-Hakami ad-Dimaschqi (757 – 815), bekannt als Abu Nuwas, war ein Zeitgenosse des Kalifen Harun ar-Raschids, des bekanntesten Kalifen aus den Erzählungen aus 1001 Nacht. Er gehörte zu den nadim, den Gefährten des Kalifen, also zum engeren Umfeld des Hofes um den präsumtiven Nachfolger al-Hadis und lebte am Hof in Bagdad, dem damaligen Zentrum der arabisch-islamischen Welt.
Im Westen gilt Harun ar-Raschid als Märchengestalt, tatsächlich war er ein ziemlich brutaler Herrscher, der seinen Bruder und Vorgänger al-Hadi ermorden ließ, um selber auf den Thron zu kommen. Allerdings war das nichts Unübliches in der Geschichte seiner Familie.
Unter dem Kalifat ar-Raschids gelangte die Kultur der islamischen Welt zu einem Höhepunkt und der Hofdichter Abu Nuwas, einer der ersten urbanen Dichter der arabischen Literatur, ist einer ihrer bekanntesten und berühmtesten Repräsentanten. Abu Nuwas verfaßte Gedichte zum Wein, zur Jagd und zur Liebe, letztere vor allem mit schwuler Ausrichtung, denn Abu Nuwas lebte mehr oder weniger offen schwul und hatte einiges übrig für attraktive Männer.
Abu Nuwas
Abu Nuwas
Allerdings mußte er sich dafür auch einiges an sehr derben Scherzen gefallen lassen. Bekannt war er auch für seine sehr spitze und böse Zunge, die ihm viel Ärger einbrachte. Er galt als großes Lästermaul, was mal wieder ein Beleg dafür ist, daß die Tucke an sich mit zunehmenden Alter sehr ätzend werden kann.
Bekanntestes Ziel seiner spitzen Zunge war eine persische Familie, mit der er im Streit lag. Solange der Abbasiden-Kalif und die herrschenden Barmakiden-Wesire ihn protegierten, konnte diese Familie nicht offen gegen ihn vorgehen. Die genauen Umstände seines Todes sind nicht genau bekannt.
In meinem Roman lasse ich Dr. Lamine die Gedichte von Abu Nuwas auf der Oud vortragen, was bei den einen Begeisterung und bei den anderen Abscheu hervorruft – wie schon vor tausend Jahren am Hofe des Kalifen.
Seine Lobgedichte waren häufig der persischen Familie der Barmakiden gewidmet, die die Verwaltung des Reiches leiteten. Eines seiner Gedichte richtet sich an den Prinzen al-Amin gewidmet, Sohn und Erbe des Kalifen Harun Al-Raschids, der später für kurze Zeit Kalif (809 – 813) war.

Toi etre le plus beau que j’aie jamais vue !
Par les sens ton semblable ne saurait etre percu,
C’est dire qu’il ne peut exister !
Par la pensée, rien ne peut etre concu
qui rivaliserait avec tes graces infinies !
Fait d’un unique limon,
Tu fus crée sans patron.
Quel confidet peut t’égaler ou te surpasser ?
Supérieur aix hommes et au génies,
O Al-Amin, l’Empire eut été nu,
S’il ne t’avait èchu !

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen